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albträume in hamburg

albträume in hamburg

 

unter dem gewölbe des tages wohnt die nacht

fragen schlummern im faltenwurf ihres gewandes

wir werfen sie auf

und lassen sie fallen wie brotkanten

die den weg markieren

wenn du tief in den wald

in die schwärze des traums wanderst

nur dein schneller puls

verrät dir beim erwachen

wie knapp du entronnen bist

 

*

 

 ich habe mich abgewandt

von deinen billigen tricks

schwebende moccatassen

und granatäpfel singende marmorblöcke

du täuscht mich nicht mehr

mit leeren versprechen

ich blicke aufs meer

sein schimmerndes kleid

an seinem saum

werde ich leben

irgendwann ohne dich


 

 *

 

der himmel breitet seine finsternis aus

legt sie über die stadt wie geronnenes blut

die großen schlachten sind vorbei

in trügerischem waffenstillstand

stehen die denkmäler einander gegenüber

blicken auf die verwüstung

die gutgemeinte sätze anrichteten

du und sind lange schon fort

wir leben weiter in kindlichem erstaunen

das die gäste einander vorgaukeln

 

 

ereignisse werfen schatten voraus

lange dunkelfinger

die auf die in sandstein gemeißelte uhr weisen

wir brachen ihre zeiger ab

wie verdorrte zweige

von der zimmerpflanze

dmüde schreitet die zeit voran

sie trägt pumps

das klacken der absätze

raubt mir den schlaf

 

 *

 

antike büsten erwachen zum leben

mit  marmor samt und klaviergeklimper

zu den schönen musen die armlos an der bar lehnen

das klassische profil dem betrachter zugewandt

tausend ecken gab es an denen du anders abbiegen konntest

und dein leben hätte

eine andere richtung genommen